Emmi Pikler - Wer ist das?

Emmi Pikler!   Wer ist das?

Emmi Pikler ist eine ungarische Kinderärztin, die Anfang des 20. Jahrhundert in Wien und in Budapest lebt und arbeitet. Durch ihre hausärztlichen und pädagogischen Begleitungen von Familien, schaffte sie eine bewusstseinsveränderte Wandlung in der Kleinkind-Pädagogik. Im Jahre 1964 gelang es ihr das Lóczy-Säuglingsheim zu gründen, das sie bis 1979 leitete.

Die pädagogischen Grundsätze von Emmi Piklers bestehen darin, die Kompetenz und Würde des Kindes, seine Eigeninitiative und -aktivität von Geburt an zu respektieren.
Die zwei Säulen ihrer Pädagogik sind die achtsame Pflege und die freie Bewegungsentwicklung.

Die Säuglingspflege war Emmi Pikler sehr wichtig. Sie zog daraus Erkenntnis, das ein Säugling und Kleinkind, während es gefüttert, gebadet, gewickelt, an- und ausgezogen wird, eine Mehrzahl von sozialen Erfahrungen dadurch entwickeln kann. Gerade diese Zuwendungen nimmt von einem Erwachsenden ein Großteil an Zeit in Anspruch. Oft sind Erwachsene verleitet, dies mechanisch, schnell und effizient zu erledigen. Es wird als „Notwenigkeit“ angesehen, aber gerade das verändert Emmi Pikler in ihrer pädagogischen Arbeit. Die Kinderpflegerinnen im Lóczy-Säuglingsheim besprechen jeden getanen Schritt, alle Gegenstände werden gezeigt, der für das Kind verwendet wird. Denn auch dies ist ein Spiel. Nicht nur Spielzeug kann für das Kind interessant sein, auch alltägliche Gegenstände.  Pflege ist Kommunikation. Kinder nehmen mit ihren Augen, Gesten und Bewegungen einen Dialog auf, Erwachsener und Kind können dadurch harmonisieren und ein Zusammenspiel kann dadurch entwickelt werden. Dies schafft Vertrautheit und Entspannung und Zufriedenheit zugleich.

Ihr zweites Steckenpferd war die Bewegungsentwicklung. Sie hat erforscht, dass jedes Kind seine Bewegungsarten selbstständig erlernt. Dazu braucht es keine Hilfe. Es muss nicht an den Händen gehalten werden oder ins Sitzen gezogen werden. Gerade diese Hilfe kann für die Kinder hinderlich sein und der Entwicklungsprozess kann da durch verschoben oder sogar unterbrochen werden. Da das Kind sein Selbstbewusstsein durch eigene Erfolgserlebnisse auftankt und mutiger für nächste Schritte wird. Des Weiteren hat Emmi Pikler herausgefunden, dass Kinder, die selbstständig ihre Bewegungsabläufe erlernen konnten, weniger Unfälle passiert, als Kinder, die Unterstütz wurden.

Zur Bewegungsentwicklung gehört auch das „freie Spiel“. Im Lóczy-Säuglingsheim gab es ein Spielebereich, den konnten die Kinder gemeinsam entdecken und erforschen. Die Kinder haben Zeit die Spielsachen und Gegenstände selbstständig zu erkunden, die Erzieher sind in Hör- und Sichtweite, beobachten die Kinder Aufmerksam und mischen sich nur in Krisensituationen ein.

Die Kinder im Lóczy-Säuglingsheim, außer in der Pflegesituation, werden oft auf sich selbst gestellt, sie werden weder bespielt, rumgetragen oder anderes getan, sind aber dennoch fröhlich und ausgeglichen. Die Kinder erlernen ihr Eigenbewusstsein einschätzen, aus eigenen Willen Dinge anzueignen. Dennoch stehen die Kinder im Zentrum der Aufmerksamkeit, sie wissen immer, das sie steht‘s am wichtigsten sind.